Gewerkhaus

Gewerkhaus

Das Gewerkhaus ist ein Projekt mehrerer Handwerker historischer Berufe und Künstler unter einem Dach. Unter anderem sind ein Sattler, eine Korbflechterin, eine Polsterin, ein Bildhauer und ein Steinrestaurator neben meiner Wenigkeit im Gewerkhaus tätig. (nähere Infos unter Link). Das Projekt besteht bereits seit 2008. Ich habe das Glück, die Schmiede des bisherigen Messerschmieds Alfons Bolley übernehmen zu dürfen und Teil dieses Projekts zu werden. Nach einer kurzen Einrichtungs- und Umbauphase starte ich den Betrieb in der Woche vom 15. Mai 2023. Reguläre Geschäftszeiten sind Freitags ab Mittag und in der Regel auch Samstags (jedoch nach Absprache). Doch der alte Geist ist noch nicht komplett von dannen, so werde sich Alfons und ich noch einige Zeit die Räumlichkeiten teilen.

Für die Interessierten steht unten noch einiges zur Geschichte des Gebäudes. Zu finden ist das Gewerkhaus in der Krankenhausstraße 7 in 86911 Dießen am Ammersee

Zur Geschichte des Gebäudes

Hinweis: Der Text wurde von der Homepages des Gewerkhauses übernommen. Der Link zum Originaltext befindet sich am Ende.


Auf dem Grundstück am Tiefenbach, das zum Gasthaus „Beim Gattinger“ (jetzt Café Vogel) gehörte, errichtete der Bierbrauer Peter Gattinger ca. im Jahr 1704 den sogenannten Gattinger Keller, einen Sommerkeller. Dieser Bierkeller mit dem dazugehörigen Grund wurde am 20.8.1835 im Jahr seines Todes (siehe Steintafel im Friedhof St. Johann, südliche Friedhofsmauer) von dem Lebzeiter und Bürgermeister Joseph Sallinger der Gemeinde (damals noch) Bayerdießen mit der Bedingung vermacht, dass er zu einem Krankenhaus für Arme ausgebaut werde.


Erst 1854 konnte wegen der knappen kommunalen Mittel damit begonnen werden. Ein zweites Stockwerk folgte 1876. Viele Jahre enormer finanzieller Schwierigkeiten, die Krankenstation aufrecht zu erhalten, sollten folgen. Zitat: „Das an sich hoch ehrenvolle Vermächtnis des Joseph Anton Sallinger hat der Marktgemeinde Dießen eine nur mit größten Opfern tragbare Last aufgebürdet, die sie dauernd vor sich her schieben muss, wenn sie sie nicht überhaupt abschütteln will.“




Im Jahr 1887 machte die Bierbrauerswitwe Theresia Zech (Besitzerin des Gasthauses Oberbräu, Herrenstr. 30) eine Spende in den Krankenhausstiftungsfonds für die Krankenpflege, unter der ausdrücklichen Bedingung, dass diese den Barmherzigen Schwestern übertragen werde. Diese übernahmen dann am 30. August 1888.



Weiterhin spendete Theresia Zech eine größere Summe in die „Armenstiftung Zech“, einen Wohltätigkeitsfonds zur Unterstützung von „Hausarmen“. Davon gingen aber nur 2000 Mark in den Ausbau des Krankenhauses. 1889 wurde ein Nebengebäude in Auftrag gegeben. Aufgrund von Verträgen wurden in das Dießener Krankenhaus außer den Armen aus Dießen auch erkrankte Dienstboten und dergleichen aus Fischen, Raisting und später auch andere Personen aus Achselschwang, St. Georgen, Riederau, Dettenschwang und Dettenhofen aufgenommen. (Quelle: Anton Heinz Heindl) Später stand das Krankenhaus phasenweise leer, wurde in den 70-er und 80-er Jahren von der Arbeiterwohlfahrt als Altenheim, und nach einem weiteren Leerstand, von Ende 2003 bis Anfang 2008 von der Musiker -und Künstlergruppe K7 genutzt. Seit Ende 2008 finden Sie hier das GEWERKHAUS DIESSEN, ein Gemeinschaftsprojekt von Handwerkern und Künstlern. [2]